Umra Verrichtung

Umra | عُمرَة

Als Umra wird die kleine Pilgerfahrt nach Mekka bezeichnet. Sie kann, im Gegensatz zur Hadsch, zu jeder Zeit des Jahres verrichtet werden. Das Wort Umra selbst bedeutet übersetzt Besuch. In unserem Fall: der Besuch zum Haus Allah’s. Sie ist nach der vorzuziehenden Meinung der Gelehrten kein Pflichtritual, jedoch sehr beliebt (muakkada).

Die Säulen der Umra

1. Ihram2. Tawwaf3. Sa’i

Eine Art Weihezustand. Ihram ist die Absicht in einem besonderen Zustand einzutreten.

Der Ihram-Zustand beinhaltet:

Die Absicht, die Pilgerfahrt zu verrichten. Wenn es notwendig ist, reinigt man seinen Körper, schneidet seine Fingernägel, pflegt seinen Bart und nimmt Ghusl (Ganzkörperwaschung). Genau wie bei der Hadj muss man sich bei Umra, vor Eintritt in das MIQAT (die Grenze, die unser Prophet (s.a.v.) festgelegt hat), seinen Ihram angelegt haben.

Den Ihram anzulegen ist eine Verpflichtung für Umra. Für die, die mit dem Flugzeug nach Jeddah fliegen und danach direkt nach
Mekka fahren, wird entweder ein Zwischenstopp in der Türkei eingelegt oder Sie müssen den Ihram im Flugzeug anlegen, empfohlen ist ihn vor der Abreise anzulegen.

Für die, die zuerst nach Medina fliegen und dann von Medina aus nach Mekka fahren, legen den Ihram nach der Landung entweder in Medina oder 10 Km vor dem MIQAT (Zulhulayf) an. Um den Ihram anzulegen sollte man, wenn möglich, Ghusl machen sonst Wudu. Alle Kleidungen vom Körper werden abgelegt, Schuhe und Strümpfe ausgezogen.

Es werden nur zwei weiße Tücher, genannt Izar (Lendentuch) und Rida (Schultertuch) angelegt. Man darf Schuhe bzw. Sandalen anziehen, die an den Versen und an den Zehen offen sind. Frauen legen kein Ihram an. Ihre gewohnten Kleidungen ist der Ihram. Es ist Fard beim Anlegen des Ihrams die Talbiya einmal aufzurufen, das wiederholen ist Sunna.

Verbote des Ihraamzustandes:

  • Bedecken des Kopfes (Männer)
  •  Kürzen oder Entfernen von Kopf od. Körperhaaren, Finger und Fußnägel
  • Geschlechtsverkehr
  • Männer: Tragen von genähter Kleidung
  • Pflanzen bei Al-Haram verletzen od. abreißen.


Siebenmaliges Umrunden der Ka’bah.

Um Tawaf durchzuführen muss man erst seine Absicht dazu äußern. Zum Beispiel:

Oh Allah mein Herr, ich möchte mein Umra–Tawwaf durchführen, bitte erleichtere es mir und nimm es von mir an.

Die Männer müssen bei den ersten drei Schawt (eine Umrundung um die Kaba), des Pflichttawafs die rechte Schulter frei lassen und bei den anschließenden Umrundungen diese wieder bedecken. Das Tawwaf–Gebet wird mit bedeckter Schulter gebetet.

Der Tawwaf wird mit der symbolischen Berührung (bzw. das tatsächliche berühren oder küssen) des Hacar-ul- Aswad.(der schwarze Stein) begonnen. Da bei der Hadsch und auch bei Umrah der Andrang sehr hoch ist, beginnt man den Tawwaf, in dem man jedes Mal – in der Höhe vom Hadar-ul- Aswad – nur seine Hände bis zu den Ohren erhebt um zu grüßen und die inneren Handflächen küsst.

Der Pilgerer muss in Bewegung bleiben, also weitergehen, die Kaba immer auf seiner linken Seite haltend. Wenn er den Ar-Rukn Al-Yamani (die Ecke, die nach Yemen zeigt) erreicht, soll er sie berühren, aber nicht küssen, und dabei sagen:

Oh Herr, gewähre uns Gutes in diesem Leben und Gutes im Jenseits und bewahre uns vor der Bestrafung im Höllenfeuer. Oh Allah, ich bitte Dich um Vergebung und Gesundheit in diesem Leben und im Jenseits.

Sieben Mal zwischen den Hügeln Marwah & Safa schreiten.

Der Sa’i wird zwischen den Hügeln Saf“a und Marwa durchgeführt und ist insg. etwa 400m lang. Von Safa zum Marwa läuft man vier Mal und von Marwa zum Saf“a dreimal.

Man beginnt mit dem laufen auf dem Berg Saf“a. Für Sa’i äußert man erst die Absicht, bevor man beginnt. Beim Durchführen der Sa‘i kommt man an eine Stelle, die mit grünem Licht ausgeleuchtet ist. Dort soll man mit kurzen Schritten rennen (Männer). Das nennt man Harwala.

Die Harwala ist ein Gedenken an die Heilige Haghar, die für ihren Sohn Ismail Wasser suchte. Während des Sa’i spricht man Bittgebete und macht Dhikr (Es ist Sunna) und steigert den gewonnenen Segen. Man darf während der Sa‘i sowohl Qur‘an lesen als auch verschiedene Dhikr aussprechen. Der einzige Unterschied der Umrah-Sa‘i zum Hadj-Sa‘i ist die Äußerung der Absicht.

Diese hier angeführten Säulen müssen für eine gültige Umra, vollständig erfüllt werden. Die Umra einer Person ist so lange unvollständig bzw. ungültig, bis sie alle der jeweiligen Säulen tatsächlich erfüllt hat. Die Nichterfüllung einer Säule kann nicht durch ein Sühneopfer kompensiert werden.

Die Voraussetzungen der Umra

Al-Ikhlas - die Aufrichtigkeit

„Und nichts anderes wurde ihnen befohlen, als Allah zu dienen, Ihm allein und aufricht die Religion widmend.“ وَمَا أُمِرُوا إِلاَّ لِيَعْبُدُوا اللَّهَ مُخلِصِينَ لَهُ الدِّين

Die Liebe zu Allah
Diese ist eine wichtige Voraussetzung, dass Allah die Ibadah annimmt.
Al-Mutaaba’ah - Die Befolgung

„Und was immer der Gesandte euch gibt, so nehmt es und was immer er untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist streng im Strafe.“ وَمَا آتَاكُمُ الرَّسُولُ فَخُذُوهُ وَمَا نَهَاكُمْ عَنْهُ فَانْتَهُوا ۚ وَاتَّقُوا اللَّهَ ۖ إِنَّ اللَّهَ شَدِيدُ الْعِقَاب

Verlauf der Umra

Umra auf einen Blick; die Reihenfolge

Ihrām am Miqāt mit der Niya für Umra Ihrām am Miqāt mit der Niya für Umra
Talbiya Talbiya
Niya für Umra Tawwaf Niya für Umra Tawwaf
Tawāf (7 mal rundum kaba) Tawāf (7 mal rundum kaba)
Zwei Rakaat am Maqām Ibrāhīm Zwei Rakaat am Maqām Ibrāhīm
Multasam – Zamzam Multasam – Zamzam
Niya für Umra Sa'i Niya für Umra Sa'i
Sa'i für Umra (Safa nach Marwah) Sa'i für Umra (Safa nach Marwah)
Haare rasieren oder kürzen Haare rasieren oder kürzen

Wenn ein Pilgerer für die ‚Umrah (kleine Pilgerfahrt) rituell rein sein möchte, soll er sich seiner Kleidung entledigen und die Ganzkörperwaschung durchführen, wenn dazu die Möglichkeit besteht und er dies möchte. Er soll seinen Kopf und seinen Bart mit dem besten Öl parfümieren, das er bekommen kann.

Die Waschung durchzuführen ist sowohl für Männer als auch für Frauen Sunnah (erwünscht). Dies gilt auch für Frauen während ihrer Periode und für Wöchnerinnen.

Nach der Waschung und der Vorbereitung betet der Pilger seine Pflichtgebete, wenn dafür die Zeit gekommen ist, wobei die Frauen von der Pflicht des Betens – wie üblich in den o. g.  Zuständen – befreit sind. Wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Pflichtgebete anstehen, fasst er seine Absicht für die ‚Umra beim Beten von zwei freiwilligen Gebetseinheiten, die üblicherweise gebetet werden, wenn man Wudu‘ verrichtet hat. (Dies ist hier eine freiwillige Tat, der Scheich meint hier mit üblicherweise, das man das machen sollte.)

Nachdem er das Gebet beendet hat, soll er sagen: „Hier bin ich, für ‚Umrah, hier bin ich, Oh Allah, hier bin ich. Du hast keinen Partner. Hier bin ich. Sicherlich, alles Lob, alle Huld und die Oberherrschaft ist Dein und Du hast keinen Partner.“ (Talbiya)

Ein Mann erhebt dafür seine Stimme und eine Frau sagt es auf die Weise, dass nur jemand, der direkt neben ihr stehen würde, sie hören könnte.

Ein Mensch im Zustand des Ihram sollte den Talbiya so oft wie möglich sagen, besonders wenn sich die (Tages-)Zeit oder sein Aufenthaltsort ändern, beispielsweise beim Ein- und Aussteigen während der Reise oder während der Abend- und Morgendämmerung. Er sollte ebenfalls Allah um sein Wohlgefallen und um das Paradies bitten sowie seine Zuflucht in der Gnade von Allah vor dem Höllenfeuer suchen.

Man soll den Talbiya während der ‚Umrah (so oft wie möglich) wiederholen, beginnend bei dem Zeitpunkt an dem man sich mit dem Ihram bekleidet, bis man den Tawaf beginnt. Während der Hadsch soll man ihn sagen von der Zeit an der man sich mit dem Ihram bekleidet, bis zu Beginn der Steinigung von Jamrat Al-Aqabah am Tage des Iid.

Wenn ein Pilgerer die heilige Mosche betritt, tut er dies mit dem rechten Fuß zuerst und sagt dabei: „Im Namen Allahs, es mögen Segen und Friede auf dem Gesandten Allahs sein. Oh Allah, vergib mir meine Sünden und öffne mir die Türen zu Deiner Gnade. Ich nehme meine Zuflucht vor dem verfluchten Satan bei Allah, dem Allmächtigen, seinem herrlichen Angesicht und seiner ewigen Herrschaft.“

Er geht zum schwarzen Stein, berührt ihn mit seiner rechten Hand und küsst ihn. Wenn dies nicht möglich ist, wendet er sich ihm zu, schaut ihn an und zeigt darauf.

Das Beste ist, niemanden zu schubsen oder zu schieben, damit man niemandem schadet und auch selbst nicht zu Schaden kommt.

Wenn er die Möglichkeit bekommt, den Stein zu berühren, soll der Pilger folgendes sagen: „Im Namen Allahs, Allah ist der Größte. Oh Allah, mit dem Glauben an Dich und an Dein Buch, Loyalität zu Dir und der Einhaltung des Weges Deines Propheten Muhammad (sallallahu aleihi we sellem).“

Der Pilger muss in Bewegung bleiben, also weitergehen, die Kaba immer auf seiner linken Seite haltend. Wenn er den Ar-Rukn Al-Yamani (die Ecke, die nach Yemen zeigt) erreicht, soll er sie berühren, aber nicht küssen, und dabei sagen: „Oh Herr, gewähre uns Gutes in diesem Leben und Gutes im Jenseits und bewahre uns vor der Bestrafung im Höllenfeuer. Oh Allah, ich bitte Dich um Vergebung und Gesundheit in diesem Leben und im Jenseits.

Jedes Mal, wenn er den schwarzen Stein passiert, soll er „Allah ist der Größte“ sagen und die Hände heben.

Für den Rest seines Tawwaf kann er sagen, was ihm an Bittgebeten am passendsten erscheint oder ihm wichtig ist, dabei soll er natürlich Allah erwähnen und den Quran rezitieren.

Während des Tawwaf ist es für einen Mann nötig, die beiden folgenden Dinge zu tun:

Al-Idhteba‘ von  Beginn des Tawaf bis zum Ende. Al-ldhteba‘ bedeutet, die Mitte des Rida‚ (der obere Teil der Ihramkleidung) unter seinem rechten Arm zu platzieren und die beiden Enden über seine linke Schulter zu legen.

Nach Beenden des Tawwaf mag man seinen Rida‘ wieder in gewohnter Weise tragen, denn die Zeit für Al-Idhteba‘ ist nur während des Tawaf.

Al-Ramal während der ersten drei Umrundungen. Al-Ramal bedeutet, die Kaba mit kleinen, schnelleren Schritten zu umrunden. Die letzten vier Runden soll der Pilger dann in normaler Geschwindigkeit und Schrittlänge durchführen.

Nach dem er die sieben Umrundungen des Tawwaf durchgeführt hat, begibt er sich zur „Maqamu Ibrahim“ (der Platz von Ibrahim) und rezitiert

nehmt denn die Stätte, auf der Abraham einst stand, als eure Gebetsstätte.Edler Qur'an (2:125)

Dort betet er – so nah wie möglich aber dennoch ohne Unannehmlichkeiten zu provozieren – hinter den Platz zwei kurze Reka. Während der ersten Reka rezitiert er Surah Al-Kafirun (109) und während der zweiten Surah Al-Ichlaas (112).

Nach dem er die zwei Reka beendet hat, soll er – wenn möglich – zu dem schwarzen Stein zurückkehren und ihn berühren. Er geht daraufhin hinaus zu Mas’a (die Strecke zwischen Safa und Marwa) und wenn er sich (dem Hügel) Safa nähert, so rezitiert er:

(Darum) siehe, As-Safa und Al-Marwa gehören zu den von Allah errichteten Symbolen.Edler Qur'an (2:158)

Er besteigt Safa, bis er in der Lage ist, die Ka‘ba zu sehen. Der Ka‘ba zugewandt und mit erhobenen Händen, preist er Allah und macht Bittgebete seiner Wahl.

Der Prophet (sallallahu aleihi we sellem) betete Folgendes: „Es gibt keine Gottheit außer Allah allein.“ Er sagte dies dreimal, jeweils mit Bittgebeten dazwischen.

Der Pilger verlässt den Hügel Safa und begibt sich mit normaler Geschwindigkeit auf den Weg zum Hügel Marwa bis er die grüne Markierung erreicht. Von dort bis zu der nächsten grünen Markierung soll er schneller gehen. Den Rest des Weges nach Marwa geht er wieder in normalen Schritten. Dort angelangt, besteigt er den Hügel, wendet sich in Richtung der Kaba, hebt seine Hände und wiederholt, was er auf Safa gesagt hat. Nun steigt der Pilger von Marwa wieder hinab und geht zurück zum Hügel Safa, sicherstellend, dass er – wie auf dem Hinweg – bei den vorgesehenen Abschnitten die richtige Geschwindigkeit einhält.

Die Prozedur wiederholt er so oft, bis er sie siebenmal durchgeführt hat. Dabei zählt jeweils die einfache Strecke, nicht das Hin und zurück als einmal.

Während der Sa’i kann der Pilger rezitieren was ihm beliebt, seien es Bittgebete, Abschnitte aus dem Qur‘an oder auch Allahs zu gedenken.

Um die Sa’i zu vervollständigen, rasiert der Pilger seinen Kopf. Die Frau schneidet ihr Haar um die Länge einer Fingerspitze ab.

Das Rasieren ist zu bevorzugen, außer wenn die Zeit für die Hadsch nahe ist und nicht ausreichend Zeit dazwischen liegt, um die Haare wieder wachsen zu lassen. In diesem Falle ist es besser, die Haare nur zu schneiden, damit noch Haare da sind, die während der Hadsch rasiert werden können.

Damit nun ist die Umra vollständig und dem Pilger steht es frei, andere Kleidung zu tragen und sich zu parfümieren.

Umra Verrichtung zum Download

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